Dieser Bericht stammt aus den der Anfangszeit meiner
Internetarbeit. Damals war mein Chinchilla leider noch ein Einzeltier. Der
unten vorgestellte Käfig war aus dem Zoohandel und kostete knapp 500DM
(~250Euro). Als Zubehör waren zwei schmale Sitzbretter mit dabei - der
vorhandene Platz wurde somit kaum genutzt. Nach der Generalüberholung war die
Grundfläche praktisch verdreifacht.
Warum ein großer Käfig?
Für jeden Kleintierhalter ist ein Käfig selbstverständlich. Was einige
Halter allerdings leider immer wieder vergessen oder nicht wissen ist die
Tatsache, dass sie mit der Wahl des Käfigs und dessen Einrichtung das
Verhalten der Tiere beeinflussen. Ist der Käfig nicht groß genug oder nicht
artgerecht eingerichtet, kann es bei den sonst so süßen Nagern zu schlimmen
Verhaltensstörungen und Aggressivität kommen. Wenn Sie auf diesen Seiten stöbern,
ist das für mich ein Beweis, dass Sie sich über Ihre Tiere und deren Haltung
informieren wollen und nach Ideen suchen. Und vielleicht werden Sie
feststellen, wie schön und wie leicht es ist, seinen langweiligen Handelskäfig
in ein Paradies zu verwandeln. Oder, dass man mit ein klein wenig
handwerklichem Geschick einen wunderbaren Käfig bauen kann, der sowohl für
die Tiere als auch für die Nische im Wohnzimmer perfekt ist.
Was lässt sich grundsätzlich über einen geeigneten Käfig
sagen?
Der Käfig muss so viel Grundfläche haben, dass das einzelne Tier nicht
gleich mit einem Hopser am anderen Ende des Käfigs angelangt. Des weiteren
muss er so hoch sein, dass die Tiere aufrecht stehen können (vor allem bei
Kaninchen wird das oft unterschätzt). Halten Sie eine Tiergruppe, dann müssen
soviel Platz und Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, dass die Tiere sich
aus dem Weg gehen können. Auch Tiere, die sich miteinander gut verstehen
brauchen zwischendurch einmal eine Pause. Im Fachhandel angebotene Käfige
sind oftmals an die Untergrenze des Bedarfs angepasst. Wer seinen Tieren ein
wirklich schönes Leben ermöglichen möchte, der sollte sich sofort einen
passenden Käfig anschaffen. Dabei gilt: Zu groß gibt (fast) es nicht! Eine
ordentliche Erstbeschaffung ist außerdem billiger als ein Nachkaufen eines
zweiten Käfigs. Eine Einzelhaltung empfiehlt sich bei keiner der hier erwähnten
Tierarten, außer dem Goldhamster. Über die richtige Käfiggröße sollte man
sich bei Vereinen oder Züchtern informieren. In jedem Tierforum
findet sich jemand, der kompetente Auskunft gibt! Eine Ausrede gibt es also
nicht.
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Der eigene Umbau
eines Handelskäfigs
Das hier ist mein umgebauter Chinchilla Käfig. Er hatte die Maße von 93cm x
54cm x 94cm.
Die Grundfläche war damit relativ klein, weil ich in der ersten Zeit nur rechts und links
je ein Sitzbrett von 30 cm Breite in unterschiedlichen Höhen befestigt hatte, die
allerdings noch mit einer Metallröhre (nun auf der obersten Etage) miteinander verbunden
waren. Bilder von diversen Vorzeigekäfigen verdeutlichten mir, dass man mit ein paar einfachen
Handgriffen viel für sein(e) Tier(e) tun kann. |
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Käfig im Gesamtbild (vorne)
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Käfig im Gesamtbild (Schräg von oben)
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| Die Haltegriffe
der alten Sitzbretter habe ich weiter verwendet, um die neuen
Zwischenböden im Käfig zu befestigen. In einem Baumarkt hatte ich mir zuvor
ein Brett mit
den genauen Maßen des Käfigs, und eines mit 2/3 Länge zurecht schneiden lassen.
Natürlich unbehandeltes Holz, was nicht splittern kann. |
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Futteretage
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Schlafhaus und Sandwanne
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Das Brett mit der Größe der
Bodenwanne hat an der linken Seite einen Durchgang bekommen, der mittels eines dicken
Astes (mit Schrauben angebohrt und fest gemacht, damit er nicht rutscht) vom
"Erdgeschoss" aus als Leiter benutzt werden kann. Auf der ersten Etage
(Spielplatz) steht nun sein Laufrad, ein Lavastein, die Sandbadewanne und ein Schlafhaus.
Hinter beiden ist noch etwas Platz gelassen (ca.10 cm), der gerne zum
Verstecken und Toben benutzt wird. Außerdem habe ich zur nächsten Zwischenetage eine
starke, aber gerade noch biegsame Plastikröhre mit eingesetzt. Sie dient zum Verstecken bei der
Käfigreinigung bzw. ist als "Tunnel" sehr gefragt. Sollte man
feststellen, dass die Tiere das Plastik annagen, muss die Röhre aus dem
Käfig entfernt werden. Verschlucktes Plastik kann tödlich sein. Das Erdgeschoss ist absichtlich bis auf den Ast leer.
Mein Chinchilla hat es sich sehr
schnell angewöhnt unten im Einstreu zu buddeln. Und außerdem hat er dort sein
Toiletteneckchen.
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Ungetrübte Sicherheit in der Röhre
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Die unterste Etage
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| Als Zwischenverbindung zur obersten
Etage habe ich der Einfachheit halber sein "Esszimmer" angelegt. Auf dem
ehemaligen Sitzbrett hängen nun Futter- bzw. Wassernapf und selten
mal ein Kräcker. Durch
die Käfigtür ist alles bequem für mich zu erreichen und es steht ihm auch nicht
auf ihrer Spieletage im Weg. Außerdem kann er prima von dort in die oberste Etage
gelangen. |
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Die Griffe sind unten einfach angeschraubt
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Hinter dem Rad ist der "Durchgang" nach unten
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Oben ist der
"Rennplatz". Die liebgewonnene Röhre (im Sommer schön kühl) wollte ich
ihm nicht nehmen, und da er von dort aus prima die Aussicht ins Zimmer genießen
kann, hängt sie dort auch recht gut. Der Rest der freien Fläche wird zum hin und her rennen
benutz, weil dort keine Hindernisse im Weg sind. Das Knabbermaterial zum
Nagen wird ebenfalls dort positioniert.
Der ganze Spaß hat mich nicht mal mehr 60 DM (30 Euro) gekostet, weil nur Röhren und
Böden angeschafft werden mussten. Die ganzen Spielsachen lagen vorher chaotisch
zusammengewürfelt auf dem Boden. Auch das Schlafhaus und die Wanne waren natürlich
ebenfalls schon lange da. Wer nicht weiß, wie er die Böden fest bekommen soll: Es
muss keine teure Halterung aus dem Zoohandel sein. Wenn die alten der Sitzbretter nicht
reichen, nehmen Sie Winkel (diese breiten stumpfen Eisenplatten aus dem Baumarkt) und
schrauben sie mit kleinen Schrauben unten am Brett fest:
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| Montieren der Scharniere je einer rechts und links
bzw. an jeder Ecke ein Scharnier (Brett sitzt dann fester im Käfig) |
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Einzelscharnier in Großansicht |
| Die Schrauben
müssen allerdings so kurz sein, dass sie nicht wieder an der anderen Seite des Bretts
wieder hinaus kommen (Verletzungsgefahr).
Die Grundfläche hat sich bei mir durch die Bretter schnell verdreifacht und
mein Chinchilla war wirklich aus dem Häuschen.
Zuwachs im Käfig
In genau diesen Käfig zog etwas später ein weiteres Chinchilla mit
ein. Auch zu zweit reichte der Platz aus. Je nach Stimmung wurde eine
Etage entweder zusammen belagert oder aber alleine benutzt.
Faszinierende Nebenwirkungen hatte das
ganze auch:
Wo sich mein Chinchillabock sonst tagsüber zum unbeobachteten Schlafen in seine Röhre zurück
gezogen hatte, schlafen beide nun unten auf der Einstreu bzw. auf der
darüber gelegenen Etage. Durch das "Dach" fühlen sie sich geschützt und durch
den etwas höheren Rand der Bodenwanne meinen sie auch, nach außen hin geschützt zu
sein. Da allerdings - wie auf den Bildern zu erkennen - noch ca. 15 cm Spiel zwischen
Wannenrand und Dach ist, sind sie noch wunderbar zu beobachten.
Tipp bei ängstlichen Tieren
Den Tipp mit dem etwas höheren Zwischenboden
kann ich nur an Leute mit ängstlichen Tieren weitergeben. Ich hatte bereits einen Fall
mit einem sehr scheuen Meerschweinchen, das sich ständig im Haus versteckt hat und habe
der Familie diese Lösung nahegelegt. Seitdem das Tierchen ein "Kellergeschoss" hat,
hält es sich anscheinend gerne dort unten auf. Es fühlt sich geschützt, kann aber
trotzdem noch am Leben der Familie teilhaben und sich so besser an sie gewöhnen. Seitdem
sind beide Seiten deutlich glücklicher. |
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