|
Dieser Bericht darf unter Verwendung eines Herkunftsnachweis für Deine Webseite kopiert werden Das optimale Verhältnis zu seinen Tieren ist wohl, dass einem die ausgewählten Schützlinge vollkommen vertrauen, lieben und sie dem Menschen gegenüber sehr zutraulich sind. Bei der richtigen Haltung und mit einem angemessenen Umgang ist das auch oftmals kein Problem. Doch kann es immer wieder mal vorkommen, dass unter den eigenen Tieren eines schreckhafter Natur ist und wir als Halter arge Probleme damit haben, eine Ursache für dieses Verhalten festzumachen. Die meisten dieser sogenannten Paniker sind Tiere, die in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit bestimmten Situationen gemacht haben. Dazu gehören zum Beispiel Erfahrungen mit zu lauten Geräuschen - wie in etwa zuschlagenden Türen (Durchzug, Kinder, etc); eine falsche Behandlung durch den Halter wie z.B. ein schnelles Nähern von oberhalb und rasches vor den Käfig treten; aber auch Dinge, die sich vielleicht im Sozialverhalten einer Gruppe negativ auf ein Einzeltier ausgewirkt haben (Unterdrückung durch Rangordnung...). Die größte Anzahl mir bekannter Paniker sind Tiere, die bereits einen oder mehrere Vorbesitzer hatten. Auf Grund der Lebensgeschichte dieser Tiere und der Auskünfte der Vorbesitzer ist es leider oftmals nicht mehr möglich, einen ursprünglichen Auslöser für die Panikreaktionen zu ermitteln. Diese Reaktionen können von einem leichten zurückschrecken, über mehr oder weniger heftige Flucht, bis hin zu regelrechten körperlichen und geistigen Schocksituationen reichen. Aber es gibt auch Tiere, die grundlos etwas ängstlicher Natur sind und bei denen der natürliche Fluchtinstinkt in übertriebenen Maße auftritt. Um mit einem Paniker umgehen zu lernen und ihn praktisch zu "behandeln", ist es im Grunde genommen aber gar nicht notwendig, die genauen ersten zeitlichen Auftritte zu kennen. Viel wichtiger ist es, hier die unmittelbare Ursache zu ermitteln – also die Situationen zu analysieren, in denen die verhaltensuntypischen Reaktionen gehäuft auftreten. Achten Sie darauf, wie das Tier beim Betreten des Zimmers reagiert. Ob es vor allem irritiert ist, wenn jemand unerwartet vor dem Käfig auftaucht und das Tier es nicht mitbekommt. Wir Menschen wirken nun einmal durch unsere doch recht imposante Größe und auch oftmals durch Greifbewegung wie Jäger auf kleinere Tiere. In diesem Fall ist es recht leicht, sich dem Verhalten des Tieres anzupassen. Bieten Sie ihm einen sicheren Unterschlupf in seinem Käfig, wie z.B. ein Haus, eine Röhre oder ähnliches in der es sich vermeintlich sicher verbergen kann. Oftmals hilft es schon, wenn das Tier weiß, dass es sich in einem "Notfall" kurz zurück ziehen kann. Wichtig hierbei ist, dass Sie das Tier solange es sich in seinem Unterschlupf befindet nicht beachten. Es gibt leider immer wieder Leute, die sich in solchen Fällen gerne über den Käfig beugen oder gar hinein langen, um dem betroffenen Tier zu erklären, dass ihm nichts passiert. Das heißt, sie greifen oftmals in den Unterschlupf hinein oder blockieren mit Armen, Händen oder Kopf den Ausgang, was allerdings zu noch größerer Verunsicherung bei dem Tier führt. Es fühlt sich in die Enge gedrängt. Gönnen Sie sich selber und Ihrem Tier dann das Einverständnis, dass es ganz alleine sein Revier ist und Sie als Mensch nichts daran verloren haben. Halten Sie allerdings ein Tier, was sich gar nicht mehr aus seinem Versteck hinaus traut und wirklich kaum Vertrauen in Sie als Mensch hat, dann ist es angebrachter den Käfig zum Beispiel mit einem Brett in mehrere Etagen aufzuteilen. Bringen Sie ein Brett im Käfig an, was den Ausmaßen des Käfigs zumindest in der kompletten Breite entspricht und befestigen Sie es auf einer Höhe knapp oberhalb der Bodenwanne (ca. 5 cm am Gitter darüber). Durch die so entstandene Decke und die Wanne, die ja ebenfalls einen Teil des Sichtfeldes verdeckt, fühlt sich das Tier auf der unteren Etage relativ sicher. Sie selber können aber durch die erhöhte Anbringung immer noch Ihr Tier beobachten und es bekommt selber ebenfalls noch genug von seiner Umwelt mit um Vertrauen lernen zu können. Auch hier ist es wichtig, das Tier nicht übermäßig zu stören. Statt in den Käfig hinein zu greifen, warten Sie lieber ein paar Sekunden und setzen Sie sich dann zuerst schweigend vor den Käfig. Hat das Tier sich beruhigt, können Sie in zurückhaltendem Ton mit ihm reden. Wichtig ist ebenfalls, dass Sie ermitteln müssen, in welchen Fällen diese Panikreaktionen auftreten. Schlagende Fenster, laute Musik, Reaktionen auf andere Tier etc. lassen sich mit etwas Beobachtungsgabe schnell heraus finden und anschließend vermeiden. Steht der Käfig mit Blick auf die Tür oder in einer Zimmerecke, von der aus der Raum selber schlecht eingesehen werden kann, dann hilft es den Tieren ebenfalls, nicht kommentarlos und leise an den Käfig zu treten. Wenn Sie das Zimmer oder die Wohnung betreten, begrüßen Sie Ihre Tiere akustisch. Rufen Sie einfach in mäßiger Lautstärke in den Raum, dass Sie wieder da sind oder dass Sie den Raum jetzt betreten werden. Das mag zwar auf den ersten Blick etwas extravagant wirken, ist aber durchaus erklärbar. Durch den Klang Ihrer Stimme – an den die eigenen Tiere schließlich gewöhnt sein sollten – wissen die Tiere, dass Frauchen oder Herrchen wieder in der Nähe ist und es sich nicht um eine ihnen fremde Person handelt, die sie nicht zuordnen können. Auch die Entfernung zu Ihnen können die Tiere recht gut einschätzen, wenn Sie sich zum Beispiel auf dem Weg zum Zimmer auf diese Weise bemerkbar machen. Es dauert meist nicht lange, bis die Panikreaktionen abflachen und sich stattdessen sogar freudige Erwartung bei den Tieren breit macht. Selbstverständlich können Sie solche "Spielchen" zeitweise mit einem Leckerchen abrunden, um die Reaktionen etwas zu beschleunigen ;-) © Bild und Text Heike Brzezina,
2003
|
|
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege der jeweiligen Tierart und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen. Die auf diesen Seiten abgebildeten Fotos der Tierchen unterliegen dem Urheberrecht. Kein Bild und kein Text dieser Seiten darf ohne meine vorherige schriftliche Genehmigung verwendet werden! Gleichzeitig distanziere ich mich inhaltlich von allen gelinkten Seiten. Für den Inhalt sind lediglich die Betreiber der Homepages selbst verantwortlich. |