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Dieser Bericht darf unter Verwendung eines Herkunftsnachweis für Deine Webseite kopiert werden Immer wieder stoße ich in meinem tierischen Alltag auf die Bemerkung: Die Tiere hören von alleine auf sich zu vermehren, wenn die Gruppe groß genug ist. Doch was steckt hinter diesem Satz? Naivität oder Realität? Nun, ich muss aus meinen Erfahrungen heraus leider sagen, es ist schlichtweg Naivität. Und zwar eine Naivität, der sowohl Halter als auch die Tiere selber zum Opfer fallen. Viele Tiere paaren sich praktisch unmittelbar nach der erfolgten Geburt wieder von neuem, so dass der nächste Wurf natürlich nicht lange auf sich warten lässt. Und die Größe des nächsten Wurfs lässt sich nicht vorher bestimmen. So kann es passieren, dass z.B. bei einem Degupaar beim ersten Wurf nur 2
Die Folgeschäden Doch was passiert mit neuem Nachwuchs, der einfach keinen Platz mehr hat? Hier ist es leider so, das die Neugeborenen oder auch Jungtiere meist keinerlei Chance haben zu überleben. Eine Mutter, die in ihrem Nest gerade ein paar wehrlose Babys liegen hat, wird sich gegen die Attacken der anderen Tiere
zur Wehr setzen müssen, weil diese einfach nur Konkurrenz in den Neulingen sehen. Noch weniger Platz, noch weniger Futter, noch mehr Hektik, eventuell ein angehender Rivale der ihnen den Rang streitig machen wird. Durch die Spannung zwischen Muttertier und potentiellem "Räuber" kommt es auch im Gehege zu immer stärkeren Beißereien, bei denen selbst ein erwachsenes Tier den Tod finden kann. Wie es aus vielen Tierstudien bekannt ist, gibt es aber auch den Fall, dass die Mutter ihre Familie selber aufgibt und kurzerhand lieber verspeist, als sie anderen Tieren zu überlassen. Diese Doch warum halten sich solche Gerüchte dann? Zum einen sind leider einige Falschaussagen in (sehr wenigen) Tierbüchern der Fall. Natürlich haben sich die Autoren mit Haltung, Lebensart und auch Nachwuchs beschäftigt. Doch leider werden selten intensive Verhaltensstudien durchgeführt oder aber sie sind zu speziell um in einem doch recht allgemeinen Tierratgeber erwähnt zu werden. Autoren, die diese Meinung nicht vertreten, schreiben meist gar nichts zu diesem Thema, was die anderen Aussagen schon wieder glaubwürdiger erscheinen lässt. Doch auch Mundpropaganda von "normalen" Haltern lässt diese Quelle nicht versiegen. Denn wenn ich von 5 Leuten das gleiche höre, muss ja doch etwas dran sein, oder?! Ich habe auch schon von Paaren und Familien gehört, in denen nicht so intensiv Nachwuchs gezeugt wurde wie in anderen Familiengruppen (und das obwohl der Platz eigentlich da war). Doch das hat nicht die "Geburtenkontrolle" geschafft, sondern meist biologische Ursachen wie eine Unfruchtbarkeit. Z.B. kann das bei Tieren gleicher Art schon an den genetischen Anlagen liegen, auch wenn diese Tiere mit anderen Partnern ev. Nachwuchs zeugen könnten. Oder anderen biologischen Spezialgebieten, die ich jetzt besser Veterinären überlassen möchte. Sicher kommt es auch bei vollkommen gesunden Tieren vor, dass es seltenere Würfe gibt. Und manche Weibchen sind einfach dafür veranlagt, viel oder wenig Babys zu gebären. Und diese Ausnahmen sind es wahrscheinlich auch, die solche Gerüchte überdauern lassen. Doch wenn man feststellt, dass es bei der eigenen Tiergruppe nicht so ist, ist es leider meist zu spät und zusätzlich zu der großen Gruppe - die sich nicht mehr versteht hat - man wahrscheinlich schon wieder schwangere Mädels im Käfig sitzen..... © Heike Brzezina,
2001
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